Szenerien zum Rudern voriges Bild nächstes Bild

1900

Es wird beschlossen, die große internationale Regatta in Paris zu beschicken. Diese Regatta wird anlässlich der Weltausstellung in Paris ausgefahren. Da zur gleichen Zeit in Frankreichs Hauptstadt die zweiten Olympischen Spiele ausgetragen werden, wird diese Regatta zur ersten olympischen Regatta.

Wenn auch die Organisation viel zu wünschen übrig läßt, kann der LRV nach einem gegen USA und Spanien gewonnenen Vorrennen im Hauptlauf den dritten Platz hinter Germania Hamburg und Roubaix (Frankreich) erreichen.

Damit wird der LRV bereits in dieser Frühzeit olympischer Kämpfe Gewinner einer Bronze-medaille!

In diesem Jahr erfolgt auch der erste Start im Rennachter. Der genannte Senior-Vierer zusam-men mit einer Junior-Vierer-­Mannschaft bringt den ersten Achter-Sieg ins Bootshaus.

Zur Förderung des Wander- und Dauerruderns wird in dieser Zeit, zusammen mit dem Fran-kenthaler RV und der RG Speyer, der „Pfalzgau, Vereinigung für Dauerrudern“ gegründet.

1902

Die seit der Jahrhundertwende eingetretene Aufwärtsentwicklung wird durch die stiltech-nischen Verbesserungen Guido Scheers wesentlich gesteigert. 1902 wird eine Neubesetzung des ersten Vierers erprobt. Zu den Stammschlagleuten H. Wilker und O. Fickeisen kommen

L. Moog und F. Coblentz. Diese Mannschaft trainiert nicht nur im gesteuerten, sondern auch im ungesteuerten Vierer. Der erste Start im Vierer ohne Steuermann bringt auch gleich den ersten Sieg!

In das Jahr 1902 fällt auch die Gründung der LRV-Vereinsnachrichten durch Hermann Wil-ker - ein Bindeglied zwischen Vorstand und Mitgliedschaft und Sprachrohr in allen Vereins-angelegenheiten.

1903

Der Bugmann des ersten Vierers, Moog, muss aus gesundheitlichen Gründen aus dem Trai-ning ausscheiden. Als Ersatz wird ein Bruder Otto Fickeisens ins Boot genommen, dessen Name eng mit der Sportgeschichte des LRV verbunden ist: Rudolf Fickeisen.

1903 ist auch das Jahr des silbernen Jubiläums des LRV. In 25 Jahren wurden 48 Siege errudert.

Der Umbau des Bootshauses wird beschlossen, eine Beitragserhöhung deshalb unbedingt notwendig - dies alles tragen die LRV- Mitglieder einstimmig.­

1904

Der vorgenommene Bootshausumbau ist fertig und kann seiner Bestimmung übergeben werden.­

G. Scheer legt in diesem Jahr die Trainingsleitung nieder. An seine Stelle tritt der Schlagmann der ersten Mannschaft, Otto Fickeisen. Er trainiert die Junior-Mannschaft und selbst im Einer. Seine Junioren gewinnen ein Achterrennen und er selbst sieben Einerrennen!

1905

Auch im Jahr 1905 gestaltet sich der Trainingsbetrieb nicht wie erwartet. Nur ein Sieg und zwar durch eine Juniormannschaft in Mannheim wird erreicht.

Hermann Wilker, der infolge beruflicher Gründe einige Zeit im Training aussetzen muss, verspricht, im Jahr 1906 wieder dabei zu sein.

1906

Das Jahr bringt eine starke Aufwärtstendenz. Nachdem Hermann Wilker wieder da ist, kann Otto Fickeisen eine erste Mannschaft in der Besetzung Jean Seeber, Rudolf Fickeisen, Hermann Wilker und Otto Fickeisen ins Training nehmen. In beiden Bootsgattungen, Vierer ohne und Vierer mit, sind sie mehrfach erfolgreich und auch die Mainzer, mit denen sich die Ludwigshafener jahrelang harte Kämpfe mit wechselndem Erfolg liefern, werden auf ihrer eigenen Regatta besiegt.

Waren seither Deutsche Meisterschaften nur im Einer ausgefahren worden, so beschließt der Deutsche Ruderverband, ab 1906 auch in den anderen Bootsgattungen Deutsche Meister-schaften auszuschreiben, deren erste am 5. August 1906 in Berlin stattfindet. Der LRV hat seine erste Mannschaft im Vierer ohne Steuermann gemeldet. Diesen Entschluss macht man sich nicht leicht, denn es gilt gegen namhafte Gegner anzutreten. Die Kosten sind auch nicht gering und es ist schwierig, in diesen Jahren so weit zu reisen. Aber die Mannschaft erfüllt alle in sie gesetzte Erwartungen und holt die erste Deutsche Meisterschaft im Vierer ohne Steuermann ins Bootshaus am Oberen Rheinufer.

Der Name unserer Vaterstadt Ludwigshafen wird durch diese Meisterschaft in deutschen Ruderkreisen immer bekannter und der Ludwigshafener Ruderverein ein geachteter und geschätzter Gegner.

Der damalige 1. Vorsitzende, Wilhelm Johann, feiert seine 25-jährige Mitgliedschaft im LRV und die erste Deutsche Meisterschaft im Vierer ohne (im Vierer-mit wurde noch keine Meisterschaft ausgefahren) ist das schönste Geschenk für den Jubilar.

Das Jahr 1906 bringt dem LRV zehn weitere Siege in Senior-Rennen auf verschiedenen Regatten.

1907

Otto Fickeisen, der weiterhin nicht nur Trainer seiner Mannschaft, sondern aller Trainings-leute bleibt, ist fortgesetzt bemüht, den von Scheer entwickelten, „Ludwigshafener Stil“ zu verbessern.

Die Senioren sind auch 1907 im Achter und Vierer erfolgreich und die Krönung des Ruder-jahres ist der erneute Erfolg auf der Meisterschaftsregatta in Frankfurt am Main am 11. August 1907 im Vierer ohne Steuermann!

Am 5. Juli 1907 soll auch die Henley-Regatta besucht werden. Man will einen internationalen Vergleich. Die in dieser Zeit führenden englischen Mannschaften kamen bisher nie nach Deutschland. Nun gibt der LRV auch einmal seine Visitenkarte im Mekka der Ruderer ab. Das Rennen im Vierer ohne Stm. verläuft über die ganze lange Strecke sehr hart und spannend, bis kurz vor dem Ziel unser Vierer, bedingt durch einen Magenkrampf der Nummer 2, aufgeben muss. Die Mannschaft ist zwar bestürzt, aber nicht entmutigt; denn nirgendwo auf der Welt ist ein Sieg schwieriger als auf der Henley-Strecke.

1908

In diesem Jahr werden F. Hering und F. Welker in die erste Mannschaft eingewechselt. Beide waren bereits in anderen Mannschaften erfolgreich.

Auch der Mainzer RV bringt in diesem Jahr eine neue Mannschaft an den Start, in der die erfolgreichen Ruderer Cordes und Eismayer die Schlagplätze einnehmen. Auch mit diesem Gegner werden, wie mit den früheren „alten Mainzern“, herrliche Kämpfe mit wechselndem Erfolg ausgetragen.

Im gleichen Jahr versuchen Hermann Wilker und Otto Fickeisen ihr Glück in der technisch schwierigsten Bootsgattung, dem Zweier-ohne-Steuermann und zwar mit größtem Erfolg.

In der Vereinsgeschichte sowie in der Rudergeschichte überhaupt kann als einmalig verzeich-net werden, dass dieses Zweierpaar unbesiegt bleibt und in 25 Rennen, darunter fünf Deut-schen Meisterschaften, siegreich war.

Auf der Siegesfeier 1908, die mit dem 30-jährigen Vereins-Jubiläum verbunden ist, können 13 Siege gefeiert werden, darunter die Deutsche Meisterschaft im Zweier-ohne-Stm. durch H. Wilker und O. Fickeisen und die Deutsche Meisterschaft im Vierer-ohne-Stm. durch F. Welker, F. Hering, H. Wilker und O. Fickeisen auf der Meisterschaftsregatta in Hamburg.

1909

Das Jahr bringt wechselnde Erfolge im Vierer-mit und ohne-Steuermann, im Zweier-ohne und im Achter. Auch die Junioren bringen drei Rennen siegreich nach Hause.

Die Meisterschaftsregatta 1909 in Straßburg bringt dem LRV die Deutsche Meisterschaft im Zweier-ohne-Stm. durch Wilker/Fickeisen.

Insgesamt werden 1909 fünfzehn Siege in den verschiedenen Bootsgattungen errudert.

1910

18 Siege, die höchste Zahl seit Bestehen, bringen die LRV Mannschaften im Jahr 1910 nach Hause.

Auf der Meisterschaftsregatta auf dem Starnberger See, wo der LRV neben dem Vierer und dem Zweier-ohne erstmals im Achter startet, kann nach denkbar knappen Niederlagen im Vierer und im Achter der ungeschlagene Zweier-ohne-Stm. wiederum Meisterlorbeeren errin-gen.

Auf dieser Regatta kann Otto Fickeisen seinen 100. Sieg errudern. Diese Zahl bedeutet in die-ser Zeit (und auch in der heutigen) so viel, dass mit Otto Fickeisen und Hermann Wilker, der ihm mit geringem Abstand folgt, zwei Männer des LRV an der Spitze der Bestenliste des Deutschen Rudersports stehen.

1911

In diesem Jahr wird die erste Vierermannschaft neu gebildet und ein erster Achter durch bereits erfolgreiche Junioren verstärkt. Die Meisterschaftsregatta in Berlin bringt nur den Sieg im ungesteuerten Zweier, der Vierer-ohne muss in einem Vorrennen wegen Behinderung durch Wellen leider ausscheiden.

Auf der Mannheimer Regatta kann Hermann Wilker seinen vielumjubelten 100. Sieg feiern. Es ist einer von 16 LRV-Siegen in diesem Jahr.

1912

Schon bei Jahresbeginn ist das Bestreben aller deutschen Sportvereine auf ein Ziel gerichtet:

OLYMPISCHE SPIELE in STOCKHOLM

Auch bei den deutschen Ruderern werden die stärksten Vorbereitungen zu diesem Großereig-nis getroffen. Der erste Vierer Albert Arnheiter, Rudolf Fickeisen, Hermann Wilker und Otto Fickeisen hat sich im Training ganz besonders vorbereitet.

Die Berliner Regatta am 9. und 10. Juni wird zur Ausscheidungsregatta bestimmt. Die Sieger in den einzelnen Bootsgattungen werden den Deutschen Rudersport in Stockholm vertreten. Da auf der Olympia-Regatta nur der Vierer-mit-Steuermann ausgeschrieben ist, der Vierer-ohne und der Zweier-ohne jedoch nicht, zwei Bootsgattungen, die unserer Mannschaft ganz besonders liegen, muss umdisponiert werden.

Es wird der Vierer-mit-Stm. gemeldet. Am Start um den Kaiser-­Vierer“ liegen sechs nam-hafte deutsche Mannschaften.

Unser Vierer siegt in überlegener Weise und Kaiser Wilhelm der II. überreicht der Ludwigs-hafener Mannschaft den hochwertigen Herausforderungspreis, den die an zweiter Stelle einkommenden Mainzer bei einem Sieg endgültig gewonnen hätten.­

Nach diesem überlegenen Sieg wird der LRV-Vierer als Vertreter Deutschlands nach Stock-holm entsandt.

Nachdem die Ludwigshafener in Berlin den ungesteuerten Vierer und Zweier ebenfalls überlegen gewinnen und auf anderen Regatten erfolgreich sind, blickt ganz Ruderdeutschland in den Tagen des 17. bis 19. Juli 1912 auf jenes Großereignis in Schweden.

Zum Vierer-mit-Stm. sind die meisten Teilnehmer gemeldet und auch erschienen. Nachdem unsere Mannschaft eine Anzahl Vor- und Zwischenläufe siegreich bestritten hat, treffen im Endlauf der deutsche Vertreter (LRV) auf die englische Mannschaft (Thames RC).

Nach hartem Kampf gewinnen

ALBERT ARNHEITER, RUDOLF FICKEISEN, HERMANN WILKER, OTTO FICKEISEN und Steuermann OTTO MAIER

die erste olympische GOLDMEDAILLE für den Ludwigshafener Ruderverein und die erste Goldmedaille für den deutschen Rudersport überhaupt.

Durch diesen Sieg wird der Name unseres Vereins in der Rudersport­welt bekannt. Die Stadt Ludwigshafen stiftet als Dank und Anerkennung einen Rennvierer.

Die nach der Olympia-Regatta stattfindende Meisterschaftsregatta in Berlin bringt uns zwar - wohl zum 5. Male - den Titel im Zweier-ohne-Stm., im Vierer-ohne-Stm. geht der Titel jedoch durch unverschuldetes Missgeschick verloren.

1913

Die Verhältnisse gebieten, dass ein Umbau des Bootshauses unumgänglich ist.

Nachdem der erste Vierer nach seinem größten Erfolg das Training aufgibt, ist die Zahl der Rennruderer im Jahr 1913 gering. Nur bei den Junioren fällt so manches Talent auf und man hofft auf das Jahr 1914.

1914

Anfang des Jahres wird der Umbau des Bootshauses beendet. Dann kommt der erste Welt-krieg und wirft alle Pläne über den Haufen. Die Rennruderer werden einberufen, der Ruder-betrieb liegt still. Nur wenige ältere Mitglieder pflegen das Wanderrudern und andere be-mühen sich um die reibungslose Abwicklung der Belange des Vereins. Die Verbindung mit unseren Ruderkameraden wird durch die Vereinsmitteilungen, die auch weiterhin monatlich erscheinen, nicht unterbrochen. ­Am Kriegsende kommen 55 Vereinskameraden nicht mehr zurück. An sie erinnert eine Gußtafel, die bis heute erhalten ist.

1918

Ende des Jahres bittet der 1. Vorsitzende Wilhelm Johann um Enthebung von seinem Amt, eine Bitte, der sich sowohl der Vorstand, als auch die Hauptversammlung, nicht verschließen können. In Dankbarkeit und Anerkennung seiner großen Verdienste um den LRV und im Hinblick auf sein erfolgreiches Wirken, zu dem neben der Tätigkeit in anderen Ämtern die 27jährige Vereinsführung gehört, wird ihm die Würde eines Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Vorstand verliehen. Er ist neben Carl Ruge und August Gelbert einer der ver-dienstvollsten im Ludwigshafener Rudersport.

Der bisherige 2.Vorsitzende Wilhelm Waldkirch übernimmt seine Nachfolge.

1920

Die Besatzung durch die Siegermächte bringt unangenehme Hindernisse im Vereinsleben.

Trotz dieser Hemmnisse baut der LRV seinen Ruderbetrieb systematisch wieder auf, so dass

1921

wieder von einem einigermaßen normalen Leben in Bootshaus und auf dem Wasser ge-sprochen werden kann.

Die Geldentwertung verlangt große Opfer von den Mitgliedern, doch können auch in dieser Hinsicht die damit verbundenen Schwierigkeiten gemeistert werden.

1922

Junioren und Jungmannen bilden den ersten Grundstock zu neuen rennsportlichen Plänen. Ein schon vor dem Krieg erfolgreicher Rennruderer trainiert im Einer: Stefan Welker! Diese Nachkriegsjahre bringen für unsere Rennruderer und den LRV wechselnde Erfolge. Infolge finanzieller Schwierigkeiten muss vom Besuch mancher Regatta Abstand genommen werden, zumal der Sportausschuss an dem Besuch wohlbekannter, guter Regattaplätze festhält, denn Güte geht ihm vor Zahl.

1923

Anfang des Jahres legt Wilhelm Waldkirch das Amt des ersten Vorsitzenden nieder.

An seiner Stelle tritt der bisherige 2. Vorsitzende Ernst Felle. Der LRV und Ernst Felle sind ein Begriff. Mit ihm übernimmt ein Mann die Vereinsführung, der sich bereits in vielen Vor-standesämtern bewährt hat. Sein Stellvertreter wird Hermann Wilker. Diese beiden ehemali-gen erfolgreichen Rennruderer dienen in bester Harmonie ihrem Mitarbeiterstab als Vorbild.

Dazu kommt der 1. Schriftführer Otto Schroeder, der dieses Amt schon seit 1914 bekleidet.

Ernst Felle ist bestrebt, den LRV sportlich wieder empor zu führen und Hermann Wilker assistiert ihm dabei als sportlicher Leiter erfolgreich. In die Zeit ihrer gemeinsamen Vereins-führung fallen die vielen, auf die Besatzung zurückzuführenden Pass-, Sperr- und sonstigen Schwierigkeiten. Es kommt soweit, dass es dem LRV verwehrt ist, unter seinem Namen auf Regatten zu starten. Mit freundlicher Genehmigung tritt er unter dem Namen des Würzburger RV auf, was sich nach 25 Jahren wiederholen sollte. Im Jahr 1923 werden insgesamt 11 Siege errungen.

1924

Gleich nach der Wertfestigung unseres Geldes wird ein Motorboot angeschafft. Dieser Zu-gang bedeutet für den Trainer eine große Erleichterung. 1924 bringt der eine Jugendmann-schaft heraus, die auf Anhieb in 4 Rennen erfolgreich ist.

1925

Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder außerordentlich gestiegen und ein Umbau des Bootshauses unvermeidlich. Opfer aller Mitglieder helfen dieses Werk im Jahr 1925 aus- zuführen.

Ist schon die Zahl der am Training teilnehmenden Rennruderer verhältnismäßig groß, so kann man auch im allgemeinen Ruderbetrieb feststellen, dass in diesem Jahr vom Frühling bis zum Herbst Hochbetrieb herrscht. Drei und zeitweise sogar vier Ruderwarte haben alle Hände voll zu tun.

1926

Das Jahr wird überschattet von einem tragischen Bootsunfall auf dem Rhein. Unser Ruder-kamerad Philipp Mayer wird aus unserer Mitte gerissen, ein einmaliges Unglück in der Ge-schichte des Vereins.

1927

Trotz allen Trainingsfleißes gelingt den Rennruderern 1927 kein Erfolg. Dieses Trainingsjahr steht unter keinem guten Stern.

1928

Um so erfreulicher ist das folgende Jahr durch das erfolgreiche Abschneiden unseres Skullers August von Hoven. Er gewinnt 13 erste Einerrennen, darunter die Rheinmeisterschaft und den großen Einer (Holland Becher) in Amsterdam. Dieser Sieg unseres Vereinskameraden löst nicht nur innerhalb des Vereins, sondern auch in Ludwigshafen große Freude aus. Sein Empfang gleicht einem Triumphzug durch die Straßen der Stadt zum Bootshaus.

Am 1. August 1928, dem 50. Geburtstag des LRV, vereint sich eine stattliche Zahl Mitglieder in unserem Haus zur akademischen Feier, um in gebührender Weise diesen Tag festlich zu begehen.

Zur eigentlichen Geburtstagsfeier gibt der Festsaal im Gesellschaftshaus der BASF einen glänzenden Rahmen ab. Auch der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, H. Pauli, nimmt an diesem Fest teil. Den Höhepunkt des Abends bildet die Ernennung außerordentlich verdienter Männer, nämlich OTTO FICKEISEN, HERMANN WILKER, ERNST FELLE und AUGUST GELBERT zu Ehrenmitgliedern.

1929

Im Frühjahr wird Ernst Felle beruflich nach Frankfurt a.M. versetzt. Den Vorsitz bis zur Hauptversammlung übernimmt sein Stellvertreter Hermann Wilker. Als neuer 1. Vorsitzender geht aus der Wahl Alfred Bayer hervor und zum 2. Vorsitzenden wird Wilhelm Handrich gewählt.

1930

Ein Berufsruderlehrer - Josef Weckbach aus Speyer - wird erstmals vom LRV angestellt. Dieser bildet einen Jungmannachter, der sehr erfolgreich ist. Er gewinnt neun Achterrennen der Jungmann- und Juniorklasse, unter anderem den Junior Achter in Zürich.

Die Ruderer: Fritz Maurmann, Otmar Schweitzer, Otto Franz, Hans Staudinger, Hugo Rothstein, Paul Söllner, Hugo Kirst, ­Wolfgang Kröwerath und Stm. K. Dreyer.

1931

­1931 kommen Fritz Mayer und Walter Stolle dazu. Ein Teil dieser Achtermannschaft bildet einen guten Jungmannvierer, der unter anderem in Grünau und Zürich siegt und 21 Jung-mann-, Junior- und Senior-Vierer-Rennen in den Jahren 1930-32 gewinnt.

1932

Im Jahr 1932 finden die Olympischen Spiele in Los Angele statt. Als Vertreter Deutschlands im Achter wird der Mannheimer RV „Amicitia“ bestimmt. Mit dieser Mannschaft reist als Ersatzmann unser im Skull- und auch im Riemenboot erfolgreicher Vereinskamerad Hans Gelbert sen. nach Los Angeles. Wenn er auch nicht an den Rennen teilzunehmen braucht, so bringt er doch interessante und lehrreiche Eindrücke mit, die er in einem schönen Lichtbilder-vortrag übermittelt.

1933/1934

Zum Ende des Jahres 1934 findet ein Wechsel in der Leitung des Vereins statt. Von Alfred Bayer übernimmt Otto Ruess den Vorsitz. Er hat sich schon seit Jahren in den verschiedensten Vorstandesämtern bewährt. Im gleichen Jahr, 1934, kommt ein aus einer westfälischen Kauf-mannsfamilie stammender Mann nach Ludwigshafen, mit dem eine Ära im LRV beginnen sollte, die ihresgleichen sucht. Man ist versucht, die kommenden Jahre mit seinem Namen zu überschreiben:

Dr. Clemens Peters.

Er übernimmt 1934 den 2. Vorsitz, gleichzeitig wird er Trainingsleiter.

In seiner Amtszeit als Trainingsleiter siegen LRV-Mannschaften aller Klassen 228 mal. Der größte Teil dieser Rennen wird von Mannschaften gewonnen, die Dr. Peters persönlich ausbildet.

1935

Der langjährige Ruderwart, Edmund Bauer übernimmt das Amt des 1. Schriftführers, ein würdiger Nachfolger von Otto Schroeder, der dieses Amt über zwei Jahrzehnte geführt hat. Otto Schroeder hat sich vor allem durch seine Jahresberichte und der Festschriften zum 40- und 50-jährigen B­estehen des LRV verdient gemacht, die heute noch als Nachschlagwerke der Vereinsgeschichte unersetzlich sind.

Der Berufsruderlehrer Kurt Nückel aus Frankfurt wird angestellt. Sieben Siege der Jungman-nen Leo Abb, Rolf Köth, Hans Heinrich, Willi Heberling, Fritz Herweg, Otto Schroeder, Franz Schulze, Emil Schneider sowie Steuermann Richard Schöpf im Achter und Vierer sind das Zeichen eines sich neu zu bildenden Ruderstammes. Auch im Dauerrudern und auf Jugendregatten sind wir wieder erfolgreich.

In diesem Jahr tragen wir unseren Ehrenvorsitzenden Wilhelm Johann zu Grabe. Herr Johann hat sechsundzwanzig Jahre als 1. Vorsitzender den LRV mit großem Erfolg geführt.

1936

ist das Jahr der Olympischen Spiele in Berlin und soll sich zum glanzvollsten Jahr der deutschen Rudergeschichte entwickeln. Zwischen dem LRV und dem Mannheimer RV „Amicitia“ wird eine Renngemeinschaft gebildet. Unter der bewährten Hand von Fritz Gwinner soll eine starke Achter-Mannschaft entstehen. Die Entwicklung des Trainings erbringt jedoch einen sehr starken Vierer, bestehend aus unserem Ruderer Paul Söllner und den Mannheimer Meisterruderern E. Gaber, Walter Volle, Hans Maier und Steuermann Fritz Bauer. Schon beim ersten Start in Heidelberg zeigt der Vierer seine Schnelligkeit, als aber die Mannschaft eine Woche später in Mannheim den Europameistervierer des FC Zürich zweimal sicher schlägt und diese Siege in Mainz wiederholt, da ist der Jubel in Deutschland und erst in Mannheim und Ludwigshafen, ob einer so großen Olympiahoffnung groß. In Frankfurt und Berlin-Grünau unterstreicht der Vierer durch seine Siege die Klasse, die er darstellt.

Auf der Meisterschaftsregatta in Berlin wird er sicher Deutscher Meister im Vierer mit Steu-ermann vor Fachamt Rudern Grünau, Renngemeinschaft Leipzig, Berliner RC, Spindlers-felder RV Sturmvogel und Hellas Berlin.

Nun kommen die glanzvollen Olympischen Tage in Berlin. Sein Vorrennen gegen Frankreich, Jugoslawien, USA und Polen gewinnt der Söllner- Vierer glatt, aber die Franzosen vom CA Nantes erweisen sich als sehr beachtliche Gegner.

Der Endlauf im Vierer mit Stm. ist das erste Rennen der Olympischen Regatta. Es muss zum Teil bei Regenschauern gefahren werden. Bis 1000 m führt die Schweiz, vertreten durch den gefürchteten FC Zürich, das Feld der Boote an. Dann stößt die Renngemeinschaft Mannheim /Ludwigshafen vor und mit über zwei Längen siegt Deutschland unter dem ungeheuren Jubel der Menschenmassen. Das offizielle Ergebnis:

1. Deutschland, Amicitia/LRV . 7:16,7

2. Schweiz, FC Zürich 7:24

3. Frankreich, CA Nantes 7:33

4. Holland, Nereus Amsterdam 7:34

5. Ungarn, Hungaria Budapest 7:35

6. Dänemark, Kopenhagen RC 7:40

Im deutschen Ruderlager ist die Freude groß, den auch im Zweier ohne Stm. (Mannheimer RC), Zweier mit Stm., Einer und Vierer ohne Stm. gehen die Goldmedaillen an Deutschland.

Im Doppelzweier ist es die Silber- und im Achter die Bronzemedaille, die von deutschen Ru-derern errungen werden. Paul Söllner wird in der Ruderhochburg Mannheim/Ludwigshafen samt seinen Bootskameraden von der Amicitia und den Gold-Zweier-Ruderern Straus/Eich-horn vom Mannheimer Ruder Club auf das Glänzendste empfangen und geehrt.

Für seine Leistung, mit der er sich würdig neben unsere berühmten Meister stellt, ernennt ihn der LRV zum Ehrenmitglied.

Fast gehen die übrigen Erfolge der LRV-Mannschaften im Glanz dieser Gold-Erfolge unter, so hervorragend diese auch sind. Ein schneller Junior-Vierer mit W. Heberling, W. Dasch, E. Junium, L. Abb und Stm. R. Schöpf siegt siebenmal. Er unterliegt nur knapp beim Eichkranz in Hamburg. E.Schneider, F. Schulze, R. Köth und K. Faenger ergänzen diesen Vierer zu einem erfolgreichen Achter. Wir zählen also, ausser Paul Söllners zwölf Erfolgen, weitere achtzehn Siege des LRV in diesem glanzvollen Ruderjahr.

1937/1938

Es erscheint an dieser Stelle interessant und erforderlich zu sein, einiges über die Einflüsse, die die nationalsozialistische Regierungsform dieser Jahre mit ihren Totalitätsansprüchen auf das Leben im LRV hat, zu sagen. Selbstverständlich hat sich der Verein dem Nationalsozia-listischen Reichsbund für Leibesübungen anzuschließen. Das ist die Voraussetzung dazu, um in Deutschland überhaupt Sport treiben zu können. Das Fachamt Rudern stellt praktisch den Deutschen Ruderverband dar. Die Satzungen des Vereins müssen auf das Prinzip des Reichs-bundes ausgerichtet werden, ebenso werden die Vorstandsmitglieder nicht mehr gewählt, son-dern bestimmt. Nur einmal ist der LRV in Gefahr, einem erheblichen Eingriff ausgesetzt zu sein, als man im Zuge der Bestrebungen, Großvereine zu bilden, den LRV als Ruderabteilung einem solchen anschließen will. Doch es bleibt bei den Erörterungen, weil der Unzweck einer derartigen Maßnahme eingesehen wird. Sonst erleben wir keine unmittelbaren Eingriffe in das Vereinsleben, sondern sachliche Anerkennung unserer Leistungen. Die mittelbaren Einflüsse auf den Rennruderbetrieb sind jedoch erheblich. Die Ansprüche, die die Verbände der Partei an die Zeit und Person eines jungen Mannes richten und denen er nachzukommen hat, wenn er keinen persönlichen oder wirtschaftlichen Schaden erleiden will, sind groß und behindern begreiflicherweise das Training sehr. Es kostet viel persön1iche Überzeugungsversuche seitens der Ruderleitung (sprich Dr. Clemens Peters, der auch im Jahr 1938 den 1. Vorsitz übernimmt, den er 19 Jahre behält), bis diese Ansprüche ausgeglichen werden und unser Tun anerkannt wird. ­Die Einberufungen zur Wehrmacht und zum Reichsarbeitsdienst lichten eben-falls die Reihen unserer Rennruderer.

1939/1940

Der LRV steht eigentlich in allen Bereichen recht gut da, als die Kriegsfackel ein zweites Mal innerhalb einer Generation über Europa geworfen wird. Es sollte ein Krieg werden, in der auch die Zivilbevölkerung unserer arbeitsamen Stadt in schrecklicher Weise einbezogen wird.

Der größte Teil unserer aktiven Ruderer rückt zur Wehrmacht ein. Auch viele Vorstandsmit-glieder folgen ihrer Einberufung. Die Vorstandschaft besteht während der Kriegsjahre durch-weg aus folgenden Kameraden:

1.Vorsitz, Bootswart, Ruderwart Dr. Clemens Peters

(zeitweise unterstützt durch EM August Gelbert und Walter Dasch)

2.Vorsitz, Schriftführer Edmund Bauer

Kasse, Beitrag Otto Rues und Heiner Allwinn.

In diesem Krieg ist - im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg - die rudersportliche Tätigkeit sehr rege. Es ist die Jugendabteilung, die unter Dr. Peters Leitung und Ausbildung viele Lorbeeren sammelt. Dieses Hervorheben des Jugendruderns ist bei den deutschen Rudervereinen in die-sen Jahren allgemein anzutreffen. Die Jugendregatten sind gut besucht, zumal sie von offizi-ellen Jugendbetreuungsstellen stark unterstützt werden.

1941/1942/1943

Die Jungruderer des LRV stehen mit ihren Leistungen glänzend da. Gemäß einer offiziellen Wertung der Gesamtleistung nimmt der LRV im Jahr 1942 die erste Stelle und im Jahr 1943 die zweite Stelle im gesamten Reichsgebiet ein. 52 Rennen - 22 Achter und 30 Vierer-, die meisten als Rennbootrennen, werden gewonnen.

Die Krönung ist der Sieg bei der deutschen Jugendmeisterschaft im Leichtgewichtsachter am 13. September 1943 in Wien gegen elf Achter aus dem gesamten Reichsgebiet.

(Acht Tage vorher war das Bootshaus abgebrannt)

Die Deutschen Jugendmeister heißen:

Werner Meixner, Herbert Ullrich,

Heinrich Scherer, Rolf Apprich,

Claus Benz, M. Mayr,

Paul Janson, Karl Kehrer,

Steuermann Peter Janson.

An den genannten Siegen sind auch Willi Schäfer, mit 25 Schlagmannsiegen im Achter und Vierer, W. Wingenfeld, die Steuerleute H. Kirschner, Walter Will und andere beteiligt.

Mit Freude werden Urlauber am Bootshaus begrüßt, die während der kurzen Urlaubstage auch einmal rudern wollen.

Die Vereinsleitung hält durch Nachrichtenblätter und Briefe Kontakt mit weit über 100 Sol-daten.

Um so schmerzlicher ist es, als sich die Nachrichten häufen, dass viele Ruderkameraden nicht mehr in die Heimat zurückkehren werden.

Darunter sind die Rennruderer F. Bründel, L. Schlimmer, E. Junium, die Brüder Kempf, R. Schöpf, Olympiasieger Albert Arnheiter, die Ruderwarte K. Wahl und K. Ries und. viele, viele andere beliebte Ruderkameraden.

Während der Kriegsjahre müssen viele hochverdiente Mitglieder zu Grabe getragen werden:

Ehrenmitglied Olympiasieger Hermann Wilker geht am 27.12.41 für immer von uns. Ehrenmitglied Dr. W. Waldkirch und Olympiasieger Rudolf Fickeisen sind unter den Verstor-benen dieser Jahre.

Am 6. September 1943 muss der LRV den schwersten Schlag in seiner, bis dahin 65-jährigen Geschichte, hinnehmen:

Bei einem der ersten schweren Luftangriffe, die unsere Stadt zerstören, wird das Bootshaus von zahlreichen Phosphorbrandbomben getroffen und brennt nach Augenzeugenberichten in zwei Stunden wie eine hochlodernde Fackel bis in den Keller herunter. Herr und Frau Schwab, die seit 1936 als Hauswirte unseren Besitz betreuen, müssen die Schreckensnacht im Bootskeller erleben. Ihrem opfervollen Einsatz hat der LRV einen Teil seines Besitzes zu ver-danken.

Doch dahin ist das traditionsreiche Haus mit seinen anheimelnden Räumen und dahin sind die weiten Bootshallen mit den fast 30 Ruderbooten. Eine vorher geplante Auslagerung der Boote hat sich leider als undurchführbar erwiesen. Es bleibt nur ein Trümmerhaufen. Die noch erhaltenen Kellerfundamente werden im weiteren Verlauf des Krieges durch Sprengbomben großteils zerschlagen.

Ein Zeichen für das „Dennoch und Trotzdem“ ist die wenige Tage nach der Katastrophe errungene Jugendmeisterschaft im Achter.

1944

Geschlagen und gebrochen ist der LRV auch danach nicht. Unsere Freunde und Nachbarn, der Mannheimer Ruderclub, stellt den Ruderern vom LRV in kameradschaftlicher Weise sein Bootshaus und seine Boote zur Verfügung.

Es wird manche Wanderfahrt gemacht und erfolgreich trainiert, was die acht Siege in Mainz, Straßburg und Würzburg beweisen.

1945

Dann macht der verschärfte Bombenkrieg, dem am 1. Februar 1945 das Bootshaus des Mannheimer Ruderclub zum Opfer fällt, jedes weitere Vereinsleben zunichte­.

1946

Der unglückselige Krieg ist beendet. Von 57 Ruderkameraden wissen wir, dass sie nie zurückkehren werden.

Bootshaus und Boote sind zerstört, die Menschen in persönlichen Nöten um Wohnung und Ernährung.

Der Rhein bildet eine fast unbezwingbare Zonengrenze.

Alle Sportvereine und Verbände sind durch die Besatzungsmächte aufgelöst worden.

Aber es überlebt der unbeugsame Wille, vor allem der jüngeren Kameraden, bald wieder im Boot zu sitzen und sich auf Regatten zu messen.

Schwierig und schleppend sind die Verhandlungen, die Dr. C. Peters mit der Besatzungs-macht und anderen Stellen bereits im November 1945 einleitete. Der einzig mögliche Weg ist eine formelle Neugründung des Vereins.

Am 1. Juni 1946 ist es soweit. Als erster Ruderverein in der französischen Besatzungszone wird der LRV wiedergegründet. Dr. Peters übernimmt den 1. Vorsitz, Edmund Bauer den 2. Vorsitz, Werner Meixner die Schriftführung und Otto Rues und Heiner Allwinn die Kassengeschäfte.

Die unangenehme Einrichtung des Fragebogens - jedes Mitglied muss sich formell neu auf-nehmen lassen - ist nicht zu umgehen und doch beträgt kurz nach der Neugründung im Cafe Wildt die Mitgliederzahl wieder über 100. Da alle Unterlagen vernichtet sind, beginnt eine mühsame Suche nach den Anschriften der alten Mitglieder, die in alle Richtungen zerstreut sind. In freiwilliger Arbeit wird an jedem Wochenende des Jahres 1946 von den jüngeren Kameraden, angeführt von Dr. Peters und Klaus Faenger, am Bootshaus der Schutt abge-räumt. Der einigermaßen erhaltene Werkstattkeller (heute Heizungsanlage und Kegelbahn) wird zu einer Kellerbootshalle zurechtgeflickt. Ein Zugang nach Art einer Garageneinfahrt wird gegraben und gepflastert.

Nun fehlen nur noch Boote! Kaufen kann man solche mit unserem entwerteten Geld nicht und wer welche hat, gibt nur ungern solche Kostbarkeiten ab.

In kameradschaftlicher Weise leiht uns der RC Worms einen Gig­vierer und einen Rennachter!

1947

Aus den erfolgreichen Jungruderern der Kriegsjahre, soweit sie aus dem Krieg wohlbehalten zurückgekehrt sind, wird ein Achter gebildet und auf der Oberrheinischen Regatta in Mann-heim im Juni 1947 ist der erste Nachkriegssieg im Jungmannachter fällig! Doch nicht der LRV siegt, sondern der „RC Ludwigsburg“; denn offiziell dürfen wir ja nicht über die Zonengrenze. Im gleichen Jahr siegen wir in Cochem, der einzigen Regatta der französischen Zone, im Seniorachter.

1948

Fünf Rennen werden 1948 in Duisburg, Mannheim und Cochem gewonnen, darunter zwei Achter in Renngemeinschaft mit der RG Speyer.

Die Schwierigkeiten dieser Trainingsjahre sind am besten dadurch aufgezeigt, wenn man daran erinnert, dass wohl eine Bootshalle und zwei Boote existieren, es aber keinen Umklei-deraum, keinen Waschraum, ja nicht einmal einen Wasserhahn und eine Toilette gibt. Dafür haben wir eine Carbidlampe und zwei transportable Lattengestelle, die als „Anlegepritsche“ dienen.

Willi Schäfer, Rudi Moray, Werner Meixner, Bernd Parrot und Steuermann Emil Walter bilden den Stamm der Trainingsmannschaften dieser Jahre.

Inzwischen hat die Währungsreform die Geldverhältnisse etwas normalisiert. Man kann wieder an gesellschaftliche Feste denken. Das 70-jährige Bestehen wird in einem Festsaal im Vorort Oggersheim mit den Vertretern uns befreundeter Vereine in fast friedensmäßigem Glanz gefeiert. Die Vorstandschaft wird durch Helmut Renner als 2. Vorsitzenden, Viktor Stähler als Kassenwart, Klaus Fänger als Ruderwart und andere ergänzt. Die Mitgliederzahl beträgt 220.

Unter anderen müssen wir von den Ehrenmitglied August Gelbert (60 Jahre Mitglied im LRV) , August von Hoven sen., Paul Popp und Wilhelm Handrich Abschied nehmen.

1949

Dieses Jahr soll dem LRV seit vielen Jahren erstmalig wieder Erfolge im der 1. Seniorklasse bringen. Unsere Senioren W. Schäfer. B. Parrot, R. Moray und Robert Seibert - letzterer wird im Achter durch Karl Kehrer ersetzt - ­bilden einen Renngemeinschaftsachter mit dem Meis-tervierer der Mannheimer RG Baden (Reichert-Vierer). Diese Achtermannschaft gewinnt den Germania-Preis in Frankfurt, den 1. Achter in Flörsheim sowie den Kaiser- Achter und den Jubiläumsachter in Mannheim gegen den damals ungeschlagenen Meisterachter der Ruder-gemeinschaft Flörsheim - Rüsselsheim. Auf der Deutschen Meisterschaft wird der Achter jedoch nur viertes Boot. Außerdem siegen die vier erstgenannten Ruderer in 2. Seniorvierern mehrmals.

Ein Leichtgewichtsvierer mit Karl-Heinz Schweitzer, Heinrich Scherer Walter Mayer, Manfred Gutfrucht (später Werner Meixner) und Steuermann Hermann Samstag gewinnt mehrfach und wird unter zwölf Konkurrenten drittes Boot bei der Deutschen Leichtgewichts-Meisterschaft.

Unsere Jungmannen Günther Schleicher, Hans-Jochem Wadlinger, Konrad Karch, Werner Sauter und Steuermann Hermann Samstag, die mangels Rennboot in der Gig starteten, ge-winnen fünf Rennen der Jungmann- und Juniorklasse.

Im Sommer des Jahres 1949 wird damit begonnen, die Pläne zum Wiederaufbau des Boots-hauses am alten Platz Wirklichkeit werden zu lassen. Hausarchitekt Hans Gelbert sen. hat einen Plan entworfen, der aber nur aufgeteilt in mehrere Bauabschnitte - abhängig von unserer Finanzierung - verwirklicht werden kann. Der erste Bauabschnitt soll uns zunächst einen Wirtschaftsraum und einen Umkleide- bzw. Waschraum bringen.

Zu dieser Zeit übernimmt Ottmar Schweitzer, selbst ein erfolg reicher Rennruderer des LRV, den 2. Vorsitz. Er erwirbt sich besondere Verdienste um die Boots- und Mannschaftstrans-porte.

1950

Das Ruderjahr 1950, das so erfolgreich werden soll, beginnt (zum ersten Mal wieder) mit einer Bootstaufe vor dem inzwischen erstellten Rohbau des ersten Bauabschnittes. Ein Gig-achter und zwei Gigvierer, die in gutem Zustand gekauft werden konnten, sowie ein neuer Rennvierer sind die ersten vereinseigenen Boote. Der Achter erhält den Namen „August Gelbert“, die Gigvierer werden auf die Namen „Ernst Felle“ und „Karl Ries“, alles bekannte LRV´er, getauft. Den Rennvierer tauft der Stadtkämmerer Dr. Stabel auf den Namen „Lud-wigshafen“.

Ein Leichtgewichtsvierer ist im Training. Er hat absolutes Meisterschaftsformat. Manfred Gutfrucht, Walter Mayer, Werner Meixner, Karl Kehrer und Steuermann Walter Will gewinnen die gesteuerten und ungesteuerten Viererrennen der leichten Klasse in Frankfurt, Mannheim, Mainz und Würzburg. Von der Meisterschaftsregatta in Hannover bringen sie die Titel im leichten Vierer-mit und leichten Vierer-ohne nach Hause, wobei die Mannschaft wegen ihrer glänzenden Technik allgemein bewundert wird.

Die Senioren Willi Schäfer, Robert Seibert, Rudi Moray, Werner Burkhardt, Bernd Parrot bilden einen Renngemeinschaftsachter mit Ruderern der RG Speyer. Sie gewinnen vier Achterrennen. Auch Vierer-Rennen der Seniorklasse werden gewonnen.

Ein Jungmannvierer mit Ottmar Weppler, Jochem Wadlinger, Konrad Karch, Günther Schlei-cher, Stm. Walter Will siegt in Flörsheim und Mainz, so dass die Gesamtzahl der Siege 18 beträgt.

Im September ist es dann soweit, dass wir den ersten Teilbau des neuen Bootshauses einwei-hen können. Die Finanzierung lief dank der Opferfreudigkeit der Mitglieder und der Rührig-keit der Vorstandschaft in der Werbung bei Behörden und Firmen besser als vorausgesehen.

Vor allem ist zu betonen, dass die maßgeblichen Herren des Sportbundes Pfalz, der überfach-lichen Organisation des pfälzischen Sports, der Mitlizenzträger des Totos Rheinland­-Pfalz ist, erkannt haben, welch hoher Stellenwert dem Rudersport zuzumessen ist, und dass deshalb unser Sport als unterstützungswürdig anzuerkennen ist.

Die uns von dieser Seite gewährte Hilfe ist entscheidend dafür, dass der Bootshausbau durch-geführt werden konnte. Darüber hinaus gilt es zahlreichen Firmen, Behörden, Privatpersonen und Architekt Hans Gelbert sen. zu danken.

Die Einweihungsfeier ist besucht von vielen alten und jungen Ruderern und vielen Gästen. Allen ist die Freude über den eigenen Gastraum und den Umk1eideraum anzumerken. Das Ehepaar Anna und Anton Schwab ist wieder eingezogen und betreut Haus, Küche, Keller und den Bootspark in bewährter Weise und mit kundiger Hand.

Am Einweihungstage kann ein Rennvierer-ohne auf den Namen des Olympiasiegers und Ehrenmitgliedes „Otto Fickeisen" getauft werden.

Noch zum Jahresende kann die erste große Bootshalle, die vier Achter und acht Vierer fasst, in Betrieb genommen werden. Der Neubau des Hauses und die sportlichen Erfolge beflügeln das gesellschaftliche Leben. Neben den kleineren Veranstaltungen, die im Haus durchgeführt werden, findet sich für den alljährlichen Herbstball mit Siegesfeier ein ausgezeichneter Rah-men, der der LRV-Tradition würdig ist, im Pfalzbaucafe.

Die Mitgliederzahl steigt ab 1950 wieder auf über 300. Alljährlich finden auch unter großer Beteiligung von alt und jung die Vereinsregatten statt.

1951

In diesen Jahren kann der Bootspark erheblich vergrößert werden. Bei der Bootstaufe im Mai 1951 können vier neue Boote getauft werden. Einen sehnlichst erwünschten Rennachter tauft Karl Fahrbach, der Vorsitzende des Südwestdeutschen Fußballverbandes, auf den Namen "Südwest", ein Gigvierer trägt nun den Namen des Ehrenmitgliedes und Deutschen Meisters "Fritz Welker" und ein Gigdoppelzweier erinnert an den im Krieg gebliebenen Steuermann "Richard Schöpf". Ein Renndoppelzweier erhält den Namen "Karlchen".

Das Sportjahr 1951 soll sich wiederum sehr erfolgreich gestalten. Der Leichtgewichtsvierer muss umbesetzt werden. Für Karl Kehrer, der aus Gewichtsgründen aussteigen muss, kommt Karl Prestele ins Boot. Die Mannschaft gewinnt sechs Viererrennen. Auf der Meisterschaft in Mainz wird sie zweites Boot.

In der alten Besetzung, mit Kehrer am Schlag, schlägt der Vierer in Flörsheim den Marlow Rowing Club im Vierer-ohne. Das ist der erste Sieg, den eine deutsche Mannschaft über ­ein ausländisches Boot auf einer deutschen Nachkriegsregatta erringt. Dieser Sieg trägt der Mannschaft den ehrenvollen Ruf ein, Deutschland auf dem Länderkampf gegen Österreich und Jugoslawien in Wien zu vertreten. In diesem Kampf schlagen sich die leichten Ruderer sehr gut, können sich aber, des geringen Gewichtes wegen, nicht durchsetzen.

Ein Jungmannachter in der Besetzung Gerhard Müller, Hans Marquardt, Heinrich Scherer, Hans-Jochem Wadlinger, Hans Reeb, Manfred Funk, Günther Schleicher, Otmar Weppler und Steuermann Walter Will ist in diesen Jahren sehr erfolgreich. Er erringt in den Jahren 1951/52 neun Achtersiege, darunter den 1. Juniorachter in Frankfurt. Mit ihrem Erfolg im Jungmann-achter in Heidelberg kann sie den 500. Sieg für den LRV errudern. Eine Teilbesetzung des Achters Schleicher, Weppler, Marquardt, Müller und Will gewinnt außerdem zwei Jungmann-vierer.

Schäfer und Seibert starten im Zweier ohne Stm. mit einem Erfolg. Danach setzen sie sich mit zwei Ruderern von der "Amicitia" Mannheim ins Boot und gewinnen zwei Viererrennen. Auf der Meisterschaft in Mainz belegt die Mannschaft den dritten Platz im Vierer-ohne.

Neben dem Besuch der Regatten wirde auch das Wanderrudern nicht vernachlässigt. Regel-mäßig werden Tages- und Wochenendfahrten zu den landschaftlich so reizvollen Altrheinen zwischen Otterstadt und Speyer gestartet. Außer diesen Wanderruderrevieren des LRV wer-den auch größere Wanderfahrten auf dem Rhein, dem Neckar, der Weser, der Mosel und dem Starnberger See gefahren.

Infolge des Bootsmangels nach dem Kriege kann man den Aufbau des Jugendruderns, das vor und während des Krieges in so hoher Blüte gestanden hat, erst im Jahr 1950 beginnen. Die ersten Erfolge stellen sich 1951 durch zwei Achtersiege ein.

Das hohe Ansehen, das der LRV mit seiner erfolgreichen Wiederaufbauarbeit im Deutschen Ruderverband genießt, spiegelt sich in der ehrenden Berufung des LRV-Vorsitzenden Dr. Clemens Peters. Seit Jahren 2. Vorsitzender des Mannheimer Regatta Vereins und Vorsit-zender des Fachverbandes Rudern im Sportbund Pfalz wählt ihn der Deutsche Rudertag in Passau in den Verbandsausschuss, wo er als Vorsitzender des Technischen Ausschusses die Verantwortung für die bootstechnische Entwicklung in Deutschland trägt. Er ist nach Her-mann Wilker der zweite Mann aus dem LRV im Vorstand des DRV. (Nach vielen Jahren sollte ihm, als dritter, Dr. Kurt Gelbert im selben Amt folgen)

1951 wird Dr. Peters vom DRV die goldene Ehrennadel für besondere Verdienste als Ama-teurtrainer verliehen. Wie groß die Verdienste von Dr. Peters in allen Sparten des Vereins-lebens sind, wird am besten durch die Worte ausgedrückt, die Ehrenmitglied Ernst Felle anlässlich einer Generalversammlung sagt: „Er hat alle seine Vorgänger weit übertroffen.“

1952

Als Ertrag der erfolgreichen Jugendarbeit sind es 1952 bereits zwei Achter- und fünf Vierer-rennen, die die LRV Jugend gewinnt.

Zu erwähnen ist noch ein Skullerfolg (der erste): Walter Mayer und Manfred Gutfrucht ge-winnen in Mannheim den Jungmann-Doppelzweier.

Zwei neue Boote können in Dienst gestellt werden: Ein Gigvierer, Typ C, ein Vertreter der neugeschaffenen Klasse der Sperrholzboote, trägt den Vornamen des Vorsitzenden: "Clemens", ein Rennvierer-mit-Stm. erhält den Namen des Ehrenmitgliedes und Olympia-siegers "Hermann Wilker". Hochverdiente Ruderkameraden verlassen den LRV für immer: Otto Rueß, Ludwig Esselborn und andere verdiente Mitglieder.

1953

Im Jahr seines 75. Bestehens kann sich der größte Teil der in den letzten Jahren so erfolg-reichen Senioren aus beruflichen oder sonstigen Gründen nicht am Training beteiligen. So wird die Trainingsarbeit vornehmlich auf die Jungruderer eingestel1t. Zwei Achtermann-schaften sind im Training, die von süddeutschen Regattaplätzen nicht weniger als 8 Achter- und 13 Vierersiege heimbringen. Diese Jungruderer sind Wolfgang Eisele, Helmut Flecken-

stein, Peter Schmitt, Gerhard Kleppe, G. Grimm, Klaus Lüder, Manfred Hollfelder, Dieter Mardo, Hans Buschmann, August Bayer, Peter Legler, Jens Legler, R. Roth, G. Stephan, E. Frohnhäuser, G. Haller und Gerhard Fischer.

Mit ihren Erfolgen wächst die Gesamtsiegeszahl des LRV auf 555 an.

Auch die Weiterführung des Wiederaufbaues wird im Jubiläumsjahr vorangetrieben. Die mitt-lere Bootshalle und der große Umkleideraum werden fertiggestellt und das gesamte Boots-haus wird einheitlich verputzt. Somit sind jetzt 660 qm einstöckig bebaut. Das Haus wird mit so starken Mauern und stabilen Tragdecken versehen, dass der für später geplante Aufbau des 2. Stockwerkes seine feste Grundfläche bereits vorfindet Ein prächtiger Fahnenmast prangt auf dem Gelände und im Zuge der Erneuerung der Rheinuferböschung werden die Treppen zum Anlegefloß auf das Doppelte verbreitert und in Betonsteinen ausgelegt.

Die Bootsflotte erhält zwei wertvolle Zugänge: Einen Renngigachter, der auf den Namen des Gründungsvorsitzenden „Konsul Andersen“ getauft wird und ein C-Vierer, der in Folgerung der Freundschaft die den LRV mit dem Münchener Ruderclub verbindet, den Namen „Ba-yern-Pfalz" erhält.

1954/1955/1956/1957

Die bekanntesten Mannschaften dieser Jahre sind der Vierer mit August Bayer, Klaus Lüder, Helmut Fleckenstein, Dieter Mardo und Stm. Walter Will und der vor allem 1956 erfolgreiche Vierer mit Jens Legler, Peter Legler, Hans Buschmann, Helmut Kopke und Stm. Klaus Witt-mann. Zu diesem erfolgreichen Kreis, der von 1953 bis 1956 einhundertsiebzehn Siege nach Ludwigshafen holt, gehören auch: Manfred Gutfrucht, Otmar Dissinger, Franz Kreitner, Ru-dolf Liehr, Walter Fischer, Klaus Hoch, Kurt Gelbert, Hans Vesper und Claus Elter.

Trainer dieser Jahre sind Dr. Clemens Peters, Werner Hiecke und Willi Schäfer.

Im Jahr 1954 tauchen plötzlich Namen wie Ralf Köth, Klaus Fänger, Dr. Werner Stuben-rauch, Adalbert Lackhoff sen., Franz Schulze, Dr. Horst Metzger, Karl Kehrer, Hugo Roth-stein, Werner Meixner und Willi Schäfer wieder auf, die man aus der Kriegs- und Vorkriegs-zeit kennt und die es nun nochmals wissen wollen. 26 Rennsiege bei offenen AH- Regatten sind ihre Ausbeute. Der Trainer ist Fritz Maurmann.

1958/1959

Im 80. Jahr des Bestehens wählt die Hauptversammlung Dr. Friedrich Petzinger zum 1.Vor-sitzenden, der sich in der Folge große Verdienste vor allem bei der Durchführung der vor-läufig letzten Bootshaus-Ausbaustufe, bei schwierigen Verhandlungen mit der Landesregie-rung und beim Abschluss eines Erbbaupachtvertrages erwirbt.

Im Jahr 1959 muss der LRV von seinem Ehrenvorsitzenden Ernst Felle Abschied nehmen.

Auf sportlichem Gebiet geht es 1958/59 mit einem schnellen Vierer mit Walter Fischer, Wal-ter Dissinger, Roland Gammel, Kurt Gelbert und Stm. Rainer Grunert weiter, der an die große LRV-Leichtgewichtstradition anknüpft.

1960/1961/1962

Für diese Jahre sollen die zwei Hochschulmeisterschaften vermerkt werden, die Kurt Gelbert 1960 und 1962 mit dem Ruderclub Alemania Karlsruhe im Vierer-m-Stm. gewinnt. Bemerkenswert ist auch ein schneller Jungmannvierer mit Wilhelm Faber, Hartmut Pressler, Otto Schäfer und Dieter Hurlin, der bedeutende Siege errudert. Auch weitere Rennruderer dieser Jahre sollen nicht unerwähnt bleiben: Cord Specht, Bernd Sorg, Klaus Kuhn, Rainer Flörsch, Horst Bayer, Günter Renner, Fritz Hillenbrand, Jean Werner Knab, Ralf Meier, und Ferdi Meckes, der zusammen mit Dieter Götz, Uwe Hurlin, Bernd Bauer und Stm. Rainer Flörsch 1960/61 einen erfolgreichen Senior-Leichtgewichtsvierer bildet.

1963/1964/1965/1966/1967

Manfred Gutfrucht gewinnt in den Jahren 1963-1967 in der AH-­Klasse 17 Einer-, 2 Vierer- und 7 Achterrennen. Er steht somit mit 26 AH-Siegen - außer seinen 51 Männersiegen - ganz vorne in der Bestenliste des LRV.

Viele Namen dieser erfolgreichen Ruderer der Jahre 1950 bis 1967 finden sich nach Beendi-gung ihrer Rudererlaufbahn in den Vorstandslisten des LRV wieder:

Claus Benz, Werner Meixner, Manfred Gutfrucht, Günther Schleicher, Hans-Jochem Wad-linger, Willi Schäfer, Rolf Apprich. Wilfried Sebastian, Bernd Bauer, Helmut Kopke, Walter Fischer und Wilhelm Faber.

Dr. Clemens Peters wird 1963 die Würde des Ehrenvorsitzenden verliehen, eine Auszeich-nung, die bis dahin nur zweimal vergeben wurde: An Wilhelm Johann und Ernst Felle. Die Arbeit von Dr. Peters über einen verheerenden Weltkrieg hinweg stellt eine vereinsgeschicht-liche Epoche von größter Dramatik dar. 511 Siege sind die Bilanz seines Wirkens als Trainer und Trainingsleiter.

Für seine Verdienste um den Deutschen Rudersport wird er 1967 zum Ehrenmitglied des Deutschen Ruderverbandes ernannt. Er hat dem LRV zweifellos neue Impulse gegeben. Die Siegesserie reisst nicht ab. 163 Siege sind der Beweis dafür. Maßgeblich beteiligt an diesen Erfolgen ist ein schwerer Senior-Vierer-mit-Stm., der von Wilfried Sebastian, Alois Bier1, Bernd Bauer, Wilhelm Faber und Stm. Rainer Grunert gebildet wird.

Auch in der Leichtgewichtsklasse gibt es wieder große Erfolge: 1965 die Vizemeisterschaft im Vierer-mit-Stm. und 1967 die Deutsche Meisterschaft in Duisburg mit Heinrich Dicker, Gerhard Hasse, Steuermann Kurt Lackhoff in Renngemeinschaft mit dem Mannheimer Ru-derclub und der Rudergesellschaft Rheinau.

Diese Siege sind in erster Linie der Erfolg jahrelanger Aufbauarbeit unter der Leitung von Willi Schäfer, der hierfür als Anerkennung die goldene Amateurtrainer-Nadel des Deutschen Ruderverbandes erhält.

1967 nimmt der DRV eine Änderung der Rennklasseneinteilung vor. In Anlehnung an die FISA (Weltruderverband) werden aus Jungruderern nun Junioren, aus den bisherigen alters-unabhängigen Jungmannen und Junioren werden Senioren und die bisherigen Senioren wer-den zur Elite befördert, eine Regelung die nicht unumstritten ist.

1968

In diese Elite rudert sich unaufhaltsam Alois Bierl hinein, der 1968 das 90. Jahr der Vereins-geschichte mit einer Deutschen Meisterschaft im Zweier-ohne-Stm. in Renngemeinschaft mit Wolfgang Schäfer vom Heidelberger RC krönt, erfolgreich vom Länderkampf in Bled zurückkommt und mit der Deutschen Mannschaft als Ersatzmann zu den Olympischen Spie-len nach Mexiko fährt.

Aus den Händen des Ludwigshafener Oberbürgermeisters Dr. W. Ludwig erhält Dr. Clemens Peters das Bundesverdienstkreuz am Band.

Zum gesellschaftlichen Ereignis des Jahres wird der Rosenball 1968, der im neuerbauten Pfalzbau abgehalten wird. Er steht ganz im Zeichen: „90 Jahre LRV“.

1969

Trotz seiner bis dahin bereits 50 Siege ist Alois Bierl der Durchbruch zur Weltelite noch nicht gelungen. 1969 wird er in den von dem Konstanzer Trainer Bantle gegründeten "Bodensee-

Vierer" berufen, der in der Folge von Sieg zu Sieg eilt und noch im ersten Jahr seines Be-stehens in Duisburg internationaler Deutscher Meister und in Klagenfurt Europameister wird.

Nicht vergessen aber sollte man dabei die 24 Rennsiege der Junioren und Senioren. Sie be-weisen, auf welch gesunder und breiter Basis große Ruderer beim LRV immer wieder heran-wachsen.

1970

Dazu trägt nun auch die neugegründete Jungen- und Mädchenabteilung bei, die schon 1970 die ersten Siege verzeichnet, darunter einen glänzenden Erfolg im Bundesentscheid für Jungenvierer-mit-Stm. mit: Jens Janson, Klaus-Peter Becker, Johannes Ball, Clemens Großkinsky und Christof Vollmer am Steuer.

Diese und viele weitere Erfolge sind zweifellos das Verdienst von Claus Benz, der diese Ab-teilung ins Leben ruft und jahrelang führt.

Alois Bierl erringt im gleichen Jahr nach 12 großartigen Elitesiegen in St. Catharines (Canada) mit dem "Bodensee-­Vierer" die Weltmeisterschaft für Deutschland.

Aus der Hand des Bundespräsidenten Heinemann und in Anwesenheit des Bundeskanzlers empfängt er hierfür zusammen mit seinen Bootskameraden das silberne Lorbeerblatt, die höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

1971

Sylvia Mohr, die Tochter des erfolgreichen LRV-Trainers Heinz Mohr, beschert dem Verein den 1000.Sieg. Dazu kommen:

1. Eine Europameisterschaft im Vierer-mit-Stm. in Kopenhagen durch den "Bodensee-Vierer“ mit Alois Bierl,

2. eine Internationale Deutsche Meisterschaft in Duisburg des „Bodensee-Vierers" mit Alois Bierl,

3. eine Deutsche Meisterschaft im Zweier-ohne- Stm. durch Alois Bierl und Winfried Ringwald,

4. eine Deutsche Jugendmeisterschaft im Leichtgewichtsachter mit Klaus Mohr, Karl Zimmer, Werner Hoock, Alexander Schleicher, Günter Bergmann, Ulrich Hohmann. Karl-Heinz Schlappbach, Gerhard Grunert und Steuermann Klaus Hock,

5. einen Bundessieger im Jungenvierer-mit-Stm. in Hamburg mit Michael Becker, Alfred Öß, Thomas Hermann, Klaus Biehl und Steuermann Rainer Ehrler.

Wahrhaftig eine großartige sportliche Bilanz für den LRV, der die Trainingsarbeit kaum noch bewältigen kann. Allein die Trainingsmannschaft umfasst 37 Ruderinnen und Ruderer. Trainer, Ruder- und Bootswarte haben alle Hände voll zu tun. Alois Bierl erhält von Minister-präsident Helmut Kohl die goldene Sportplakette von Rheinland-Pfalz.

Für seine unermüdliche Arbeit aller Art wird Hans-Jochem Wadlinger zum Ehrenmitglied er-nannt

1972

Das Jahr der Olympischen Spiele - und Alois Bierl und Winfried Ringwald vom LRV sind dabei. Bierl mit dem "Bodensee-Vierer", Ringwald im Deutschland-Achter.

Die Trauben hängen 1972 sehr hoch. Die internationale Konkurrenz, allen voran die DDR mit ihren, für uns unvorstellbaren Trainingsmöglichkeiten, ist übermächtig. Doch der erfolgsge-wohnte Vierer behält auch im Hexenkessel der Olympischen Regatta in München die Nerven.

In einem gnadenlos harten Rennen nimmt er der mit drei Siegen so erfolgreichen DDR bei 1250 m die Führung ab und rudert in seinem unnachahmlichen, kraftvollen Stil die Goldme-daille nach Hause.

Eine große Tradition ist fortgesetzt worden, aber die mit zwei Europameisterschaften, einer Weltmeisterschaft und dem Olympiasieg von München gekrönte Karriere der erfolgreichsten deutschen Vierer-Mannschaft aller Zeiten ist zu Ende.

Winfried Ringwald kommt in München mit dem Deutschland­-Achter auf den 5. Platz.

Im selben Jahr holt er zusammen mit Alois Bierl erneut die Deutsche Meisterschaft im Zwei-er-ohne-Stm.

Die Jüngsten - Andreas Vollmer, Mathias Decker, Peter Berg, Rainer Henze und Steuermann Stefan Becker – werden im Jungenvierer-mit-Stm. Bundessieger und alles in allem geht für den LRV mit 68 Siegen ein wahrhaftig olympisches Jahr zu Ende

Die Alten Herren des LRV rudern in diesem Jahr 17985 km. Sie führen 1041 Fahrten durch. 56 Männer, bis zum Alter von 70 Jahren, rudern zur Silberpappel und nach Altrip, machen Wanderfahrten auf Main, Neckar, Bodensee, Weser, Mosel und Donau. Wer sie beobachtet, begreift, dass Rudern jung erhält.

Zu den aktivsten von ihnen zählen in diesen Jahren - oft ausgezeichnet mit dem Fahrtenab-zeichen des DRV - Fritz Mayer, Werner Lander, Wolfgang Ulbricht, Hans Fischer, Otto Mar-do, Hugo Rothstein, Hugo Herr, Rolf Diemer, Dr. Hubert Wittner, Franz Schulze, Klaus Fänger und Adalbert Lackhoff sen..

Auf der traditionellen Herrenweihnachtsfeier wird Günther Schleicher für seine langjährige Tätigkeit als Bootswart zum Ehrenmitglied ernannt.

1973

Alois Bierl und Winfried Ringwald gewinnen die Bronzemedaille im Zweier-ohne-Stm. bei den Europameisterschaften in Moskau. Bei den Deutschen Meisterschaften erringen sie den Titel sowohl im gesteuerten als auch erneut auch im ungesteuerten Zweier. Der Steuermann ist Achim Roth.

Dazu kommen von der Deutschen Jugendmeisterschaft in Essen der Sieg im Junior-Vierer- ohne-Stm. durch Michael Becker, Klaus Biehl, Andreas Vollmer und Peter Berg und eine weitere Meisterschaft durch unsere Jüngsten, die mit Rolf und Klaus Tomalik, Dieter Stark, Joerg Bischof und Stm. Fries Bundessieger im Vierer-mit-Stm. in Hamburg werden.

Wahrlich wiederum ein meisterliches Jahr, an dem die Trainer und Betreuer Fritz Hillen-brand, Werner Knab, Klaus Kuhn und Ralf Meier hohen Anteil haben, ebenso wie Hans-Jo-chem Wadlinger, der mit seinen Juniorinnen 7 Siege und einen dritten Platz bei den Jugend-meisterschaften in Essen holt.

1974

gibt es 23 Siege, insbesondere in der Junioren-Klasse, in der Andreas Vollmer und Peter Berg mit ihren bereits 30 Siegen aus den Vorjahren ihre Erfolgsserie fortsetzen.

Unser Elitezweier Bierl/Ringwald holt 4 Siege, darunter einen Länderkampfsieg gegen Jugos-lawien und Österreich und einen viel beachteten Sieg im DRV-Achter gegen die USA, Eng-land und die Schweiz. LRV-Trainer Heinz Mohr, der den Deutschland-Achter trainiert, wird für seine ehrenamtliche Tätigkeit mit der Goldenen Trainernadel des DRV ausgezeichnet. An dieser Stelle soll auch die Arbeit unserer Trainingsärzte Dr. Karl Berlet, Dr. Werner Stuben-rauch und Dr. Wolfgang Kief gewürdigt werden, die mit viel Verständnis und ärztlichem Können über das physische Wohlbefinden unserer Rennruderer wachen.

1975

wächst die Zahl unserer Gesamtsiege auf 1128 an. A. Bierl und W. Ringwald rudern wieder im DRV-Achter und holen 6 internationale Siege.

Alois Bierl beendet in diesem. Jahr mit weit über 130 Siegen, einer Olympischen Goldme-daille, einer Weltmeisterschaft, zwei Europameisterschaften und neun nationalen und inter-nationalen Deutschen Meisterschaften seine aktive Laufbahn. Er ist der bis dahin erfolgreich-ste Rennruderer des LRV.

20 Siege erringen unsere Junioren, dabei Peter Berg und Andreas Vollmer, die in Montreal/ Kanada bei der Junioren-Weltmeisterschaft zusammen mit ihren Ruderkameraden aus Minden die Bronzemedaille erringen.

Auch die Jungen und Mädchen sind überaus erfolgreich. Mit 15 Siegen ernten sie die Früchte einer vorbildlichen und jahrelangen Aufbauarbeit.

Der Jungen-Vierer-mit-Stm. mit Andreas Orth, Michael Puisis, Benedikt Ball, Klaus Müller und Stm. Jürgen Hock wird Bundessieger in Berlin. ­

1976

Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Olympischen Spiele in Montreal. Zur deutschen Expe-dition gehört unser Meisterruderer Winfried Ringwald, der als Ersatzmann im Zweier-mit-Stm. unter den Besten der Welt den 8. Platz errudert.

17 Siege holen unsere Junioren, wobei unser Zweier-ohne mit Andreas Vahlenkamp und ]oerg Bischof und der Vierer-ohne mit Andreas Vollmer, Peter Berg, Bernd Schaefer und Mathias Decker jeweils Deutsche Vizemeister werden.. 13 Siege unserer Jungen ­und Mäd-chen runden dieses erfolgreiche Regattajahr ab, zu dessen Beginn Dr. Kurt Gelbert vom DRV als Nachfolger von Dr. Clemens Peters zum Vorsitzenden des technischen Ausschusses berufen wurde.

Der Vorstand ernennt Viktor Stähler, der 33 .Jahre dem LRV Vorstand angehörte, zum Ehren-mitglied.

1977

17 Rennen gewinnen unsere Jungen und Mädchen, von Klaus Kuhn und Werner Hoock glän-zend betreut.

Weitere Siege unserer .Junioren und Senioren lassen das Erfolgskonto auf nunmehr 1.253 Siege anwachsen.

Im 99. Jahr des LRV bildet Winfried Ringwald mit Fritz Schuster vom Mannheimer Ruder-club einen Zweier. Der DRV ruft alle im Elitetraining befindlichen Zweiermannschaften des Bundesgebietes zu Test- und Prüfungsregatten zusammen. Aus den schnellsten vier Zweiern von 32 Booten wird der Deutschland-Achter gebildet, darunter auch der Zweier Ringwald/ Schuster.

Auf der Weltmeisterschaft in Amsterdam bringt diese Achter-Mannschaft den Beweis, dass sie zur Weltklasse gehört. Sie holt sich unter 13 Teilnehmern die Bronze-Medaille hinter der DDR und der UdSSR und vor CSSR, England und den USA. Dies ist die erste Achter-Me-daille seit der unvergesslichen Ära unter dem Ratzeburger Ruderprofessor Karl Adam und der Europa-Meisterschaft 1969 in Klagenfurt. Ein allgemein stark beachteter Erfolg, vor allem auch für unseren bewährten Trainer Heinz Mohr, der den deutschen Achter trainiert.

Dass unsere Ruderer nicht nur auf Regatten zuhause sind, zeigt die Begeisterung, mit der Wanderfahrten durchgeführt werden.

51 Jungruderrer in 15 Booten nehmen allein in diesem Jahr an der Pfingstwanderfahrt in die Altrheingebiete mit Zeltlager teil. Der Vorstand erwägt den Erwerb eines eigenen Freizeit-geländes als attraktives Ziel für Wanderfahrten und als Treffpunkt für unsere Rudererfami-lien.

1978

Dieses Jahr ist geprägt durch das JUBILÄUM 100 !

Unter dem Ehrenvorsitz von Dr. C. Peters führt Dr. F. Petzinger als 1., W. Ulbricht und Dr. K. Gelbert als 2.Vorsitzende die folgenden Vorstandsmitglieder an:

B. Bauer, E. Bauer, H. Bayer, F. Bischof, G. Hock, H.I. .Klee, J.W. Knab, H. Gelbert jun., F. Maurmann, R. Maier, F. Mayer, D. Mardo, H. Rothstein, R. Scharfenberger, G. Renner, G. Schleicher, C. Specht, V. Stähler, W. Hoock, Dr. F. Vahlenkamp, K. Kuhn, F. Hillenbrand, H. Mohr und K.Mohr.

426 Mitglieder zählt der LRV im Jubiläumsjahr.

Mit Karl Mohr und Fritz Mayer verlieren wir zwei namhafte und immer hilfsbereite Kamera-den.

Xaver Gelbert gehört 72 Jahre dem LRV an.

Alois Bierl promoviert zum Dr. Ing. und Dr. Clemens Peters wird Ehrenmitglied des Sport-bundes Pfalz.

Die Ruderer und ihre Trainer Klaus Kuhn und Heinz Mohr machen dem Verein ein ganz be-sonderes Geburtstagsgeschenk: Sie gewinnen 67 Rennen. Das ist ein Rekordergebnis.

Dabei sind eine Jugend-Landesmeisterschaft im Vierer-mit-Stm. durch Andreas Vahlenkamp, Jörg Bischof, Klaus und Rolf Tomalik und Stm. Christian Thuernau, dazu kommt eine Silber-medaille bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland im Deutschlandachter durch Winfried Ringwald und eine Bronzemedaille bei den Junioren Weltmeisterschaften in Belgrad im Ach-ter durch Andreas Vahlenkamp und Jörg Bischof.

Der Bootspark umfasst im Jubiläumsjahr 39 Ruderboote. Dies ist der größte Bootspark seit Bestehen des LRV.

Es ist aber - sozusagen - auch der Bootspark unseres Bootswartes Günther Schleicher, der in ehrenamtlicher Arbeit das wertvolle Material repariert und pflegt und das schon seit dem Jahr 1954. Der Leitgedanke der Jubiläumsveranstaltungen ist:

Der Tradition verpflichtet - in die Zukunft orientiert!

Mit einer spektakulären Schau beginnt der Geburtstag am 1.8.1978: eine Vierermannschaft rudert im Luitpoldhafen für jedes LRV ­Jahr einen Kilometer. Um 9 Uhr ist der Start und um 19 Uhr haben sie die 100 km geschafft und werden mit viel Beifall in Empfang genommen.

Im bis auf den letzten Platz besetzten Bootshaus-Restaurant wird ein Riesen-Geburtstags-Kuchen angeschnitten, 5 Einer werden getauft und um Mitternacht ein kleines Feuerwerk abgebrannt.

Am 18.11.78 findet im Ludwig-Reichert-Haus die Akademische Feier statt. Nach der Be-grüßung gibt der 1. Vorsitzende Dr. F. Petzinger bekannt, dass die Vorstandschaft be-schlossen hat, für jedes Vereinsjahrzehnt ein Ehrenmitglied zu ernennen:

Heiner Allwinn, Dr. Alois Bierl, Carl Fickeisen, Richard Grünenbaum, Hugo Herr, August von Hofen, Dr. Albert Reimann, Helmut Renner, Ottmar Schweitzer und Dr. Karl Waldkirch.

Der Präsident des DRV, Dr. Hess, hält die Festansprache und überbringt die DRV-Flagge mit dem Goldrand.

Zu einem unvergleichlichen Erlebnis wird der Jubiläums-Rosenball am selben Abend. Unser dank gilt Dietrich Mardo, der diese Feste zum Ereignis macht. Ein Rosenkavalier empfängt die Gäste im großartig dekorierten Pfalzbau. Ein restlos ausverkauftes Haus erlebt eine, an Glanz und Niveau nicht zu überbietende Ballnacht, zu deren Gelingen auch ein Ludwigshafener Kinderchor beiträgt, der zu Beginn mit 50 eingerollten Fahnen befreundeter Ruder-vereine in den Saal einzieht und auf Kommando diese Fahnen an vorbereiteten Fahnenmasten hochzieht.

Als weitere Höhepunkte seien vermerkt:

Den Kaiserwalzer tanzt das Ballett des Nationaltheaters Mannheim, ein Tenor und eine Sopra-nistin aus dem gleichen Haus runden mit ihren herrlichen Stimmen dieses Fest

100 Jahre Ludwigshafener Ruder Verein ab.

1979

Natürlich verlaufen die dem Jubiläum folgenden Jahre etwas ruhiger, was aber die Ruderer nicht hindert, 98 815 Kilometer abzuspulen, 54 Rennen zu gewinnen, dabei eine Jugend-Lan-desmeisterschaft im leichten Doppelzweier durch Michael Schmeja und Christian Thuernau und die AH des LRV eine Wanderfahrt mit 2 Vierern auf der Themse zu unternehmen.

Es ist noch zu erwähnen, dass Wolfgang Ulbricht das DRV ­Fahrtenabzeichen zum 14. Mal und Otto Mardo zum 9. Mal erwerben. ­20 Fahrtenabzeichen können der Jugend des LRV überreicht werden.

1980

Das Jahr 1980 ist überschattet vom Tode unseres Ehrenvorsitzenden Dr. Clemens Peters. Dr. Petzinger sagt in seiner Grabrede: In dem wir dich, 1ieber Clemens hier beisetzen, tragen wir ein Stück LRV zu Grabe!

Dr. Peters kam 1934 zum LRV, von 1939 bis 1957 war er 1. Vorsitzender, 1962 ernannte ihn die Vorstandschaft zum Ehrenvorsitzenden. Er war DRV Ehrenmitglied, Ehrenmitglied des Mannheimer Regatta Vereins, er leitete den Techn. Ausschuss des DRV und war Chef der Regelkommission. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und der goldenen Trainernadel des DRV. Ein mit Arbeit ausgefülltes Rudererleben ging am 14.8.1980 mit 78 Jahren zu En-de.

Dr. Petzinger gibt nach 22 Jahren den ersten Vorsitz ab. Es war die längste Periode eines LRV -Vorsitzenden! Er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt und Bernd Bauer übernimmt den ers-ten Vorsitz. Ihm zur Seite stehen als 2. Vorsitzende Wolfgang Ulbricht und Fritz Hillenbrand.

48 Siege werden erreicht, darunter eine Jugend- Landesmeisterschaft im Einer durch Benedikt Ball.

Erneuerungsarbeiten erfolgen in Eigenleistung in Umkleide-, Dusch- und Ergometerraum.

Ein Doppelvierer-mit-Stm. wird auf den Namen Dr. Friedrich Petzinger getauft.

1981

Im Alter von 93 Jahren verstirbt das Ehrenmitglied Xaver Gelbert.

Die Sportbilanz weist bei 97 000 geruderten Kilometern 26 Regattasiege aus. Gesamtzahl 1448.

Im August übernimmt ein neues Wirtsehepaar die LRV Gaststätte.

Der LRV-Kurier, die Vereinszeitung des LRV, erreicht beim Vereinszeitungs-Wettbewerb des Landessportbundes mit ihren "Machern" Dietrich Mardo, Heinrich Dicker, Dr. Gerhard Fischer und Günther Schleicher, den 4. Preis.

1982

gilt es einen Rekord zu melden: Es werden 107 003 Kilometer gerudert!

Das Training wird von Heinz Mohr, Klaus Kuhn und Werner Hoock geleitet und bringt dem Verein 38 Siege (1486), dabei eine Landesmeisterschaft im Zweier ohne Stm. durch Jörg und Uwe Soballa. Beim Genf-Marathon über 160 km springt der erste Sieg heraus.

Eine außerordentliche Generalversammlung beschließt, ein Grundstück am Kief' schen Wie-her anzupachten.

Zum ersten Mal wird ein "Tag der offenen Tür" durchgeführt. Viktor Stähler scheidet nach 34 Jahren Vorstandsarbeit, davon 33 Jahre als 1. Rechner, aus gesundheitlichen Gründen aus der Vorstandschaft aus.

1983

verstirbt im Alter von 55 Jahren unser Meisterruderer Walter Mayer.

Rainer Wolf wird wegen seines Engagements eine goldene LRV Ehrennadel überreicht.

3 goldene und 13 silberne Fahrtenabzeichen für Erwachsene und 15 Fahrtenabzeichen für Jugendliche können vergeben werden.

Zu 1540 Gesamtsiegen tragen 54 gewonnene Rennen bei, dabei ein Eichkranzsieg im Renngemeinschafts-Doppelvierer durch Frank Schäfer und eine Landesmeisterschaft im Zweier-ohne-Stm. durch Jörg und Uwe Soballa. Erneuter Sieg im Genf Marathon.

3 neue Ruderboote: "Klotzen"= 1 Doppel zweier, "Walter Schleifenbaum"= l Skiff und "Stadtsparkasse Ludwigshafen"= 1 C-Vierer.

Eine durch Rainer Wolf initiierte Spendenaktion bringt DM 56.000,­ der erneut durchgeführte "Tag der offenen Tür" 20 neue Mitglieder. ­

1984

Den Verein, der 378 Mitglieder zählt, führt Ehrenvorsitzender Dr. F. Petzinger, B. Bauer als 1.Vorsitzender, W. Ulbricht und F. Hillenbrand als 2. Vorsitzende, ferner

Karin Apel, P. Berg, R. Eppel, Dr .K. Elter, Dr G. Fischer, Dr. K. Gelbert, H. Gelbert jun., W. Hoock, K. Kehrer, J. W. Knab, F, Maurmann, H. Mohr, H. Rothstein, G. Schleicher, W. Sebastian, K. Strubel, E. A. Thürnau, Dr. F. Vahlenkamp, C. und H. Vollmer und H-J. Wad-linger.

Walter Schleifenbaum, das älteste LRV Mitglied, kann in diesem Jahr seinen 95. Geburtstag und seine 75-jährige LRV-Mitgliedschaft feiern!

Zu Grabe tragen müssen wir die Ehrenmitglieder Edmund Bauer, Helmut Renner und Dr. Albert Reimann.

Es werden 96.907 Kilometer ge- und 38 Regattasiege errudert.

Entlang des Rheins, am Bootshaus entlang, wird ein Fußgänger- und Radweg gebaut.

Die Gaststätte steht (mal wieder) leer.

Auf dem Freizeitgelände sind mittlerweile viele Bäume gepflanzt, 4 Container als Material-lager und eine WC-Anlage erstellt, auch eine Stromversorgung ist installiert.

Für ihre Hilfe ist Rainer Wolf und Hugo Rothstein zu danken.

1985

In der Vorstandschaft gibt es eine Veränderung: Den 2. Vorsitz Sport übernimmt ab Mai Werner Hoock, Fritz Hillenbrand gehört dem Vorstand als Beisitzer an.

Dem LRV wird am 21.6.1985 die Sportplakette des Bundespräsidenten verliehen.

Einen neuen Rekord melden die Ruderwarte: 108.511 Kilometer!, dazu 27 Rennsiege.

6 neue Boote, zum größten Teil aus Spenden finanziert, werden angeschafft und ein zweiachsiger Bootsanhänger. Bestand 1985: 44 Ruderboote, 77 Ruder, 61 Paar Skulls, Neuwert etwa DM 528.300.

­Eine Mitgliederversammlung beschließt den Verkauf des ersten und des zweiten Obergeschosses unseres Hauses.

Gleichzeitig wird der Vorstand ermächtigt einen einstöckigen Anbau in Richtung Süden und den Umbau im Erdgeschoss zu planen und schnellstmöglich ausführen zu lassen.

Die Verschuldung darf nicht mehr als DM 50.000,- betragen. Bauarbeiten am Vorplatz (Parkplatz) beginnen.

Gegen Ende des Jahres legt Architekt H. Gelbert jun. die vorläufigen Pläne für Anbau und Umbau vor.

1986

Heinz Mohr legt nach 20 Jahren, aus gesundheitlichen Gründen, das Traineramt nieder. Er wird am 25.4.1986 zum Ehrenmitglied ernannt.

Seine Nachfolge treten Cheftrainer Dr. Volker Nolte und Volker Kalus an. Es beginnt eine neue Ruderära: Die LRV-Asse trainieren auf dem von Sponsor Rainer Wolf zur Verfügung gestellten neuen Trainingsgelände am Luzenberg in Mannheim.

Auf Anhieb wird ein neuer Kilometer-Rekord erreicht: 113.490.

Es werden 50 Rennen gewonnen, darunter eine Hochschulmeisterschaft im Einer durch Jörg Soballa und eine Landesmeisterschaft im Zweier ohne Stm. durch Holger Freihöfer und Markus Glück. Die Gesamtzahl der gewonnenen Rennen erhöht sich damit auf 1.655. Ein Renndoppelzweier "Heinz Mohr" und die Renneiner "KST" und "NIX WIE AB" wurden gekauft.

Der Bootshausvorplatz präsentiert sich grau/rot gepflastert.

Die schriftliche Zusage über die Zuteilung der staatlichen (Goldener Plan) und der städtischen Mittel geht ein.

1987

Das 109. Vereinsjahr steht völlig im Zeichen des Neubaus und großer sportlicher Erfolge, darunter die erste Deutsche­ Frauen-Meisterschaft für den LRV.

Die Trainer Dr. Volker Nolte, Stefan Piesik, Volker Kalus, Klaus Kuhn, Jürgen Hock und Christof Vollmer führen unsere Ruderer zu 81 Siegen, was absoluten LRV Rekord bedeutet!

Enthalten sind:

Zwei Deutsche Meisterschaften
- im Renngemeinschafts-Frauen-Doppelvierer durch Andrea Klapheck
- im Renngemeinschafts-Leichtgewichts-Doppelzweier durch Roland Ehrenfels

Zwei Eichkranzsiege
- im Frauen Einer durch Andrea Klapheck
- im Leichtgewichts-Renngemeinschafts-Achter durch Jörg Bauer

Eine deutsche Hochschulmeisterschaft
- im Renngemeinschafts-Doppelvierer durch Volker Pfitzner

Fünf Landesmeisterschaften
- im Frauen Einer durch Andrea Klapheck
- im Renngemeinschafts-Frauen-Doppelvierer durch Andrea Klapheck
- im Doppelzweier durch Stefan Piesik und Joachim Bischof
- im Doppel vierer durch Jörg Bauer, Jörg Soballa, Stefan Piesik und Joachim Bischof
- im Renngemeinschafts-Achter durch Jörg Bauer, Stefan Piesik und Joachim Bischof

Vier Jugend-Landesmeisterschaften
- im Vierer mit Stm. durch Moritz Berger, Jörg Schweitzer, Felix Görth, Holger Freihofer und Stm. Markus Glueck
- im Doppelvierer m. Stm. durch Uwe Glück, Torsten Diemer, Mark Moray, Jupp Jünger und Stm. Sven Baumann
- im Doppelzweier durch Markus Glück und Andreas Siegmund
- im Leichtgewichts-Doppelzweier durch Jupp Juenger und Uwe Glueck.

Dazu kommen noch:

Eine Silbermedaille beim Match de Seniors im Renngemeinschafts-Frauen-Doppel-Vierer durch Andrea Klapheck

Eine Silbermedaille bei den Studentenweltspielen (Universiade) im Leichtgewichts-Renngemeinschafts-Doppelzweier durch Roland Ehrenfels

7 neue Ruderboote werden angeschafft:

4 Einer (Fritz Maurmann, Viktor Stähler, München 87 und Dicker Promotion)

2 Zweier (RINGO und "Gut Holz")

1 Doppelvierer (Stadt Ludwigshafen)

Der Bootspark umfasst jetzt 53 Ruderboote, 101 Ruder und 83 Paar Skulls. Auch das ist absoluter LRV Rekord.

Der Neuwert des Sportmaterials beträgt 745.000 DM. Auch das ist eine hervorzuhebende Bilanz! ­

Mai Der Neubau wird vergeben

Juni Das Fundament wird abgesteckt

Juli Grundsteinlegung durch Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig

Oktober Die neue Bootshalle wird in Betrieb genommen. Werkstatt und Trainingshalle folgen.

Dezember Die Umbauarbeiten im Altbau beginnen.

1988

Das Jubiläumsjahr steht völlig im Zeichen von Neu- und Umbau des Bootshauses. Diese Arbeiten können im 110. Jahr des LRV abgeschlossen werden.

Eine gegenüber dem Jahr 1987 völlig unveränderte Vorstandschaft unter der Führung von Bernd Bauer schafft diese große Leistung.

Wolfgang Ulbricht, der 2.Vorsitzende Verwaltung wird zum Ehrenmitglied ernannt.

Es versterben: Else Gelbert, Hermann Esselborn und die Ehrenmitglieder Heinz Mohr, Carl Fickeisen, Dr. Karl Waldkirch und Hans Gelbert sen..

Für 50-jährige Mitgliedschaft werden Kurt Hausmann, für 60 Jahre LRV Otto Franz, Hubert Kaufmann, Hugo Kirst, Wolfgang Kröwerath und die Ehrenmitglieder Fritz Maurmann und Paul Söllner geehrt.

Der LRV zählt 455 Mitglieder.

Die Trainer Dr. Volker Nolte, Volker Kalus, Stefan Piesik, Wilfried Sebastian, Jürgen Hock, Klaus Kuhn und Christof Vollmer bringen dem Verein 64 Siege (Gesamtzahl 1805), darunter 15 Meisterschaften:


Andrea Klapheck:
1 Eichkranzsieg
1 Sieg beim Match des Seniors­
3 Landesmeisterschaften Rheinland- Pfalz

Roland Ehrenfels:
1 Deutsche Meisterschaft
1 Sieg Rotseeregatta Luzern
1 Silbermedaille Leichtgewichts Weltmeisterschaft
1 Landesmeisterschaft Rheinland-Pfa1z

Felix Görth, Marc Moray, Uwe Glück, Jupp Jünger und Steuermann Oscar Menger:
1 Deutsche Jugendmeisterschaft im Achter in Renngemeinschaft
8 Landesmeisterschaften Rheinland- Pfalz
1 x 2. Platz Rotseeregatta Luzern
2 x 2. Plätze bei der Deutschen Meisterschaft

dazu kommen:
1 x 3. Platz Deutsche Jugendmeisterschaft
1 x 2. Platz bei den Eichkranzrennen

1988 werden 112.827 km gerudert.

Auch in diesem Jahr hat der LRV wieder zwei Hochwasserperioden zu überstehen: am 21.3. 7,8 m und am 28.3. 8,55 m.

Umbau: Mai neue elektrische Rolltore

Juni Umkleideräume, Gastwirtschaft, neue Beleuchtungsanlage, Anstrich,

Türen

Juni: Der Bootsmeister tritt seinen Dienst an.

Juli Neue Spinde und Bänke für Umkleideräume

Juli: Jahreshauptversammlung im neuen Lokal "Stemmbrett

September: 75. Vereinsregatta

Dezember: Einweihung des Neu- und Umbaus

Zahlreiche Gäste, an ihrer Spitze der OB der Stadt, Dr. Werner Ludwig, gratulieren zum abgeschlossenen Bau und zum 110.Geburtstag.

Zur Herrenweihnachtsfeier kann der Vorsitzende Bernd Bauer die zweite Ehrennadel nach Rainer Wolf an Willy Cadow überreichen.

1989

Zum erstenmal wählt die Hauptversammlung eine Frau in den Vorstand: Petra Knab über-nimmt das Amt der ersten Schriftführerin. Christof Vollmer wird zweiter Vorsitzender Sport.

Nach langer, schwerer Krankheit verstirbt das Ehrenmitglied Viktor Stähler.

An besonderen Mitgliederjubiläen stehen an:
80 Jahre Ehrenmitglied Walter Schleifenbaum
70 Jahre Wilhelm Hofmann und Dr. Max Teufl
65 Jahre Ehrenmitglied Heinrich Allwinn
60 Jahre Ehrenmitglied Ottmar Schweitzer und Klaus Fänger
Seinen 100. Geburtstag feierte Walter Schleifenbaum.
Dr. Volker Nolte erhält vom DRV als fünftes LRV- Mitglied die goldene Trainernadel.

Er, V. Kalus, S. Piesik und W. Sebastian sind die Trainer im Jahr 1989. Die Saison bringt 86 Siege Das ist absoluter LRV Jahresrekord!­

Dabei sind:
Eine Goldmedaille bei der Universiade in Duisburg
Eine Deutsche Meisterschaft durch Andrea Klapheck im Vierer
sowie bei der Weltmeisterschaft im jugoslawischen Bled der sechste Platz im Vierer und, zusammen mit Beate Brühe, der fünfte Platz im Achter
Eine Deutsche Jugendmeisterschaft
Eine Deutsche Hochschulmeisterschaft
Eine internationale Polnische Hochschulmeisterschaft
Eine Rheinland-Pfälzische Landesmeisterschaft
Vier Rheinland-Pfälzische Jugend-Landesmeisterschaften
13 zweite und 6 dritte Plätze bei Meisterschaften.

Auch der 160 KM Marathon von Genf kann wieder gewonnen werden.

Die Gesamtzahl der vom LRV gewonnenen Rennen: 1891

1 Rennachter, 2 C-Vierer und zwei Rennzweier können in Dienst gestellt werden.

Im Februar kann das komplette Umfeld des neuen Bootshauses fertig gestellt werden.

Dem 2.Vorsitzenden Verwaltung, Wolfgang Ulbricht, wird die goldene Ehrennadel des DRV für 50 Jahre Mitgliedschaft in einem deutschen Ruderverein überreicht.

Für ihre großen Verdienste um den LRV werden der Vorsitzende Bernd Bauer und der 1. Rechner Herbert Junginger zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1989 wird beim LRV ein Landesleistungs-Zentrum Rudern eingerichtet.

1990

In der Saison 1990 können 91 Siege eingefahren werden, darunter die Deutsche Meisterschaft durch Andrea Klapheck und Beate Brühe im Doppelvierer, die auch bei der Weltmeisterschaft in Australien den hervorragenden vierten Platz belegen können. Christoph Ringwald und Timo Schuster kommen von der Junioren-Weltmeisterschaft in Aquebelette mit dem 5. Platz im Achter zurück.

Im Februar verstirbt unser Ehrenmitglied Günther Schleicher

1991

Anfang 1991 gibt Bernd Bauer den Vereinsvorsitz nach zehnjähriger Tätigkeit, in der viel bewegt, große Erfolge erzielt und der Grundstein für die Entwicklung zum Leistungszentrum gelegt wurde, an Winfried Ringwald ab. Zugleich übernimmt Stefan Piesik das Amt des Chef-trainers. In diesem Jahr können 40 Aktive trainingsverpflichtet werden, die in der Saison 106 Siege - darunter den zweitausendsten Sieg in der Vereinsgeschichte - und eine Vielzahl guter Platzierungen errudern: das zahlenmäßig bisher beste Jahr in der Geschichte des Ludwigs-hafener Rudervereins. Andrea Klapheck und Beate Brühe erreichen bei der Weltmeisterschaft in Wien den fünften Platz im Achter, Matthias - Matse- Seeler im Leichtgewichts-Achter den siebten Platz. Zur Jahresmitte wird der LRV als Bundesstützpunkt Rudern und als erster Lud-wigshafener Sportverein in den Olympia-Stützpunkt Rheinland-Pfalz eingegliedert.

Im April verstirbt unser Olympiasieger von 1936 Paul Söllner, im Oktober „Onkel Fritz“ Maurmann.

1992

Die Perspektiven für die Saison 1992 sind vielversprechend. Beate Brühe und Andrea Klap-heck gehören zunächst zur Kernmannschaft für die Olympischen Spiele in Barcelona. Leider jedoch endet die Qualifikation zuungunsten unserer Ruderinnen. Beate Brühe beendet ihre sportliche Laufbahn, um fortan ihre Erfahrungen als Trainerin an die Aktiven weiterzugeben.

Matse Seeler nimmt als Ersatzmann an der Weltmeisterschaft in Montreal teil, Elke Hahn und UIi Steinkrüger gewinnen Gold bei der Weltmeisterschaft der U23 im kanadischen St. Catherines.

Der LRV erhält das Grüne Band der Dresdner Bank für vorbildliche Talentförderung. Der vorerst letzte LRV- Rudererball findet im Gemeindezentrum in Limburgerhof statt.

1993

Das Jahr 1993 bringt viele Erfolge: Zwei deutsche Meistertitel durch Andrea Klapheck, die zusammen mit Anja Rehaag vom Heidelberger Ruderklub Zweier ohne Steuerfrau und Achter rudert, je ein Titel durch Seeler im Leichtgewicht-Einer und Karin Stephan im Leichtgewicht-­Vierer. Bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Roudnice schließlich holt Andrea Klap-heck im Achter Bronze und Karin Stephan einen fünften Platz im Leichtgewichts-Vierer; Matse Seeler wird unter der Besten der Welt im Leichtgewicht-Einer Neunter und stellt anschließend die Skulls in die Ecke.

Elke Hahn bringt von der WM in Griechenland eine Bronzemedaille im Doppelzweier mit und Uli Steinkrüger nimmt an der Studenten-WM in Buffallo (USA) teil.

Der DRV erkennt dem LRV „aus Rationalisierungsgründen“ das Prädikat Bundesstützpunkt wieder ab. Gleichzeitig entfällt die Unterstützung durch unseren Sponsor Rainer Wolf. Das Trainingszentrum Luzenberg wird verkauft. Dennoch kann dank der Zustimmung des neuen Eigentümers der Trainingsbetrieb dort zunächst weitergehen.

Das Arbeitsverhältnis mit dem bisher als Ruderausbilder tätigen Wolfgang Nardmann muss aus finanziellen Gründen im Mai beendet werden. Damit erleidet das Schulrudern in Lud-wigshafen einen schweren Rückschlag. Trainer Volker Kalus verlässt uns Richtung Mann-heim. Stefan Piesik ist Cheftrainer.

Im Februar erscheint anstelle des LRV-Kurier erstmals der LRV-Report, der von Heiner Dicker als Zeitung in außergewöhnlichem Format aufgelegt wird.

1994

Fortan dominieren die weiblichen Aktiven des LRV das sportliche Geschehen. Zunächst errudert Karin Stephan zwei Deutsche Meistertitel. Andrea Klapheck fährt nach Problemen zu Beginn der Saison doch noch zur WM in Indianapolis und gewinnt sensationell Gold im Achter. Karin Stephan schrammt bei dieser Veranstaltung mit ihrem Vierer knapp an der Bronzemedaille vorbei und kommt mit einem 4. Platz zurück von der WM zurück. Bei der Deutschen Meisterschaft der U23 errudern Christoph Ringwald und Jochen Fielhauer Gold im Zweier mit Steuermann.

Der Verein erwirbt einen neuen Peugeot-Bus, der allerdings kurz darauf im Trainingslager in Italien gestohlen wird.

Im April verstirbt der Ehrenvorsitzender des LRV, Dr. Friedrich Petzinger.

Bernd Bauer wird bei der Herrenweihnachtsfeier zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1995

Andrea Klapheck und Karin Stephan steuern wieder jeweils einen Dt. Meistertitel zur Bilanz bei. Andrea Klapheck dazu noch einen 4. Platz bei der WM im finnischen Tampere. Bei der WM U23 erreichen Christoph Ringwald, Jochen Fielhauer und Tobias Gelbert in Renngemeinschaft den 5. Platz im Vierer mit Steuermann.

Aufgrund des heftigen Trainingsbetriebs, des notwendigen Transfers zum Luzenberg und der vielen zeitgleich liegenden Regatta-Termine ist die Anschaffung eines zweiten Peugeot-Busses erforderlich.

1996

Nach der 1992 knapp verpassten Olympiateilnahme existieren zu Beginn des Olympiajahres berechtigte Hoffnungen für Andrea Klapheck auf eine Teilnahme in Atlanta. Mit dem Achter holt sie die Dt. Meisterschaft, fährt dann aber „nur“ als Ersatzfrau für den Achter zu den Olympischen Spielen und kommt nicht zum Einsatz. Das ist seit 1996 zwar erstmals wieder eine Olympiateilnahme für ein LRV-Mitglied, für Andrea jedoch insbesondere auch aufgrund des enttäuschenden Drumherum ein frustrierendes Erlebnis, das sie zum Beenden ihrer inter-nationalen Karriere bewegt.

Ein anderer LRV-ler kommt in Atlanta allerdings zum Einsatz: Dr. Kurt Gelbert in der FISA­ Technikkommission.

Auch Karin Stephan kommt als Ersatzfrau bei der Weltmeisterschaft in Schottland nicht zum Einsatz.

Das Kiefgelände wird zu Ehren seines Gestalters und Pflegers in „Hugo-Rothstein-Gelände“ umgetauft.

1997

Der LRV richtet unter der Federführung von Dr. Kurt Gelbert und Peter Stephan die Südwest-deutsche Meisterschaft im Rudern auf dem Altrhein in Mannheim­ Luzenberg aus. Dabei holen die LRV-Aktiven 7 Landesmeister-Titel. Karin Stephan holt bei der Deutschen Meister-schaft den Titel im Lgw.-Doppelzweier, gewinnt den Lgw.-Einer auf dem Rotsee in Luzern und bringt von der WM in Aguebelettes einen vierten Platz mit nach Hause. Zum l. Januar erfolgt eine Beitragserhöhung. Im Sommer wird die marode Anlegepritsche von einem Arbeitsteam komplett erneuert.

1998

Annabelle Bierl und Anja Hannöver gewinnen als Mitglied des Achters die Goldmedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Österreich.

Karin Stephan errudert zunächst zwei Dt. Meistertitel im Lgw.-Zweier und Lgw.-Vierer, krönt die erfolgreiche Saison mit der Silbermedaille im Lgw.-­Doppelzweier bei der WM in Köln und holt sich dann bei der erstmals ausgetragenen Dt. Sprintmeisterschaft auch noch den Titel im Skiff.

Im Juli wird das Luzenberg-Gelände von der Stadt Mannheim übernommen. Der LRV muss sein liebgewonnenes Domizil räumen und zum Volkstümlichen Wassersport Mannheim umziehen.

Im Bootshaus in LU findet erstmals eine Halloween-Fete statt. 

In diesem Jahr versterben August von Hoven, Freund Willy Cadow und unser ehemaliger Trainer Uwe Schneekluth.

1999

Im Februar werden wir von einem starken Hochwasser heimgesucht - zum Glück geht’s glimpflich ab. Im Mai kommt dann eine zweite Hochwasserwelle: Kiefgelände und Kegel-bahn stehen unter Wasser.

Karin Stephan wiederholt ihre Doppelmeisterschaft vom Vorjahr. Bei der WM im kanadi-schen St. Catherines erreicht sie diesmal „nur“ den 5. Platz.

Bei der Dt. Sprintmeisterschaft holen Anja Hannöver, Annabelle Bierl, Beate Brühe und Birgit Groß den Titel im Vierer ohne Steuerfrau.

Im Juni findet erstmals ein Tischfußballturnier mit reger Beteiligung statt.

Dr. Andy Orth richtet im Internet eine Homepage für den LRV ein.

Im August verstirbt unser Ehrenmitglied Ottmar Schweitzer.